Gehirnwellen

Was sind eigentlich Gehirnwellen?

Gehirnwellen sind Schwankungen der elektrischen Spannung innerhalb unseres Gehirns. Mit einem EEG können diese Spannungsschwankungen an der Kopfoberfläche gemessen werden.

Abhängig davon, in welchem Zustand wir uns befinden (z.B. wach, entspannt, schlafend) schwingen die Gehirnwellen in unterschiedlichen Frequenzbändern.

Diese Erkenntnis verschiedener Gehirnfrequenzen wurde schon 1924 von dem deutschen Arzt Hans Berger entdeckt. Berger stellte fest, dass das menschliche Gehirn elektrische Wellen aussendet. Auch entdeckte Berger die sogenannten Alphawellen, die er mit 8-13Hz (Hz=Schwingungen pro Sekunde) in entspannten Zuständen bei Probanden nachweisen konnte.

Die 4 Gehirnwellen Typen und wie du sie für dich nutzt!

Beta-Wellen (12-100HZ):

Sind wir in einem normalen, wachen Zustand, mental und körperlich aktiv, mit offenen Augen, den Fokus auf die äußere Welt gerichtet und mit konkreten Herausforderungen und Problemen beschäftigt, dann dominieren Beta-Wellen. Der Beta-Bereich wird assoziiert mit Aufmerksamkeit, Wachheit, Konzentration, Kognition. Allerdings auch mit Besorgnis, Ängsten, Stress und innerer Unruhe.

Alpha-Wellen (8-13HZ):

Alpha Wellen treten im Gehirn auf, wenn wir die Augen schließen und uns entspannen. Sie erzeugen ein ruhiges und wohliges Gefühl. Ähnlich wie bei einem Waldspaziergang oder einer entspannten Urlaubszeit. Sind Menschen gesund und ohne Stress, dann produzieren sie eine Menge dieser Alpha-Aktivitäten. Im Alpha Wellen Zustand sind wir sehr kreativ und ruhig. Dieser Zustand ist optimal für das Erlenen neuer Informationen, Fakten oder Daten. Also Material, das im Wachbewusstsein zur Verfügung stehen soll. Aha! Das klingt doch nach einem guten Zustand für das Lernen.

Theta-Wellen (4-8HZ):

Wenn Ruhe und Entspannung in Schläfrigkeit umschlagen, treten die langsamen Theta-Wellen auf. Es ist der sogenannte „Dämmerzustand“ zwischen Wachen und Schlafen. Theta öffnet den Zugang zu unbewusstem Material, zu Träumereien, freien Assoziationen, verborgenem Wissen und kreativen Ideen. Hier tauchen innere Bilder und vor allem Kindheitserinnerungen auf. Im Lern Kontext ist Theta hilfreich, da das Gehirn fähig ist enorme Mengen an Stoff in sehr kurzer Zeit zu lernen. Theta sei der Zustand, in dem „Superlearning“ angesiedelt ist. Menschen sind im Theta Zustand fähig neue Sprachen zu lernen.

Delta-Wellen (unter 4HZ):

Wenn wir schlafen, dominieren die Delta-Wellen, vorwiegend in der Tiefschlafphase. In diesem Zustand wird eine hohe Anzahl von heilenden Wachstumshormonen ausgeschüttet. Dieser Zustand hat viel mit Regeneration und Heilung zu tun. Er ist die Voraussetzung für einen erfrischenden und regenerierenden Schlaf.

Gehirnwellenstimulation

Mit Hilfe von äußeren Reizen, z.B. akustischer Natur, können Gehirnwellen eines Menschen stimuliert werden. Es können Entspannungszustände herbeigeführt werden oder mit Hilfe bestimmter Bewusstseins-Ebenen, Probleme erkannt und aufgelöst werden. Dieses Phänomen können wir uns also beim Lernen und zur Konzentration nutzen.

Indem wir z.B. sogenannte Brain Sounds oder Binaurale Betas im Hintergrund laufen lassen, wird das Gehirn in einen bestimmten Zustand versetzt, bei dem es sich besser lernen und konzentrieren lässt.

Mittlerweile gibt es im Netz viele Anbieter. Kostenfrei sind diese akustischen Reize auch bei YouTube zu finden.

Gehirnwellen bei Kindern

Während der normalen Verarbeitungsprozesse des Gehirns wechseln die EEG-Schwingungen bei Erwachsenen zwischen allen Frequenzen. Doch bei Kindern entwickeln sich die verschiedenen Frequenzbereiche und die damit verbundenen Bewusstseinszustände im Laufe der Jahre stufenweise. Die Gehirnaktivität während der ersten 2 Jahre findet überwiegend in Delta statt.

Bei 2-6 jährigen Kindern bewegt sie sich hauptsächlich in Theta. Kinder in diesem Alter befinden sich in etwa in einem „Dauer-Trancezustand“, einer Mischung aus realer und erträumter Welt. Ein kurzer Schrei aus der Küche ins Kinderzimmer „Essen fertig“ wird also nicht mutwillig überhört. Das Kind nimmt es gar nicht wahr, weil der Satz nicht in seiner Welt ankommt. Daher kleiner Tipp: hingehen, sanft berühren und seinem Schatz liebevoll sagen, dass das Abendessen fertig ist. 😉

Mit 6 Jahren entwickeln sich erst die Frequenzen der bewussten Informationsverarbeitung, die mit 12 Jahren abgeschlossen ist. Das bedeutet, dass alles was ein Kind wahrnimmt, direkt in sein Unterbewusstsein gelangt. Daher sind so Bemerkungen wie, „Das kannst du noch nicht“, „Dafür bist du nicht gut genug“, „Lass mal, bekommst du eh nicht hin“, pures Gift für die kindliche Seele. Diese Glaubenssätze als Jugendlicher oder erwachsene Person wieder entkräften, ist Schwerstarbeit. Daher achtet bitte auf die Farbe eurer Sprache!

Probiert diese auditive Stimulierung einmal beim Lernen aus. Lasst die Klänge leise im Hintergrund laufen. Manche Klänge wirken mit Kopfhörern besser. Schaut was für die Kids besser ist. Ich arbeite hier bei mir im Lern-Ort Torgau ganzheitlich. Auch ich nutze diese Gehirnstimulationen während der Arbeit mit meinen kleinen Kunden. Sie kommen an und runter, entspannen und lernen somit viel leichter. Natürlich nur mit vorheriger Absprache der Eltern und wenn es für das Kind angenehm ist.

Kleiner Tipp für´s Lernen: auch Düfte wirken Wunder. Das ist aber ein anderes, auch sehr spannendes Thema und bekommt seinen eigenen Blog 🙂

Hier lernst du das Lernen! Lerne die hilfreichsten Gedächtnis- und Lerntechniken. Lerne, wie du dich konzentrierst und motivierst.
Lerne, wie du entspannt in einen Test gehst.